Emmendingen ist auf einem guten Weg


Klimatisierung, Stromversorgung und neue Drucker – in Emmendingen ist viel passiert

Wenige Monate nach dem Auftaktworkshop waren Berater und DUH-Projektteam beeindruckt, wie viele der Empfehlungen bereits umgesetzt wurden.

IMG_5930Sommer im Serverraum

Bei der ersten Begehung im Januar war uns direkt der stark gekühlte Serverraum aufgefallen. Noch dazu waren die Rechner zum Teil unnötig weit von der Klimatisierung entfernt. Auch eine Trennung von Kalt- und Warmgang gab es nicht, obwohl die Kühlung über die Auslässe im Boden dies einfach und unkompliziert ermöglichen könnte. Dies alles führte dazu, dass für die aktive Kühlung des Serverraums deutlich mehr Energie als notwendig aufgewendet wurde.

Im Juli sieht es hier schon ganz anders aus, die Server stehen inzwischen strategisch näher an der Klimaanlage, die Raumtemperatur ist deutlich erhöht. Auch eine Trennung von Kalt- und Warmbereichen ist vorgesehen – allerdings gestaltet sich die bauliche Veränderung schwieriger als ursprünglich gedacht.

Die Modernisierung macht auch vor dem Vorraum des Servers nicht Halt: Die alte Klimaanlage wird durch ein neues, intelligenteres und effizienteres Gerät ersetzt. Da hier nur die Komponenten der Stromversorgung gegen Überhitzung geschützt werden müssen, muss der Raum zudem nicht so stark gekühlt werden.

Netzwerk der Energie

Aus den Netzwerksteckdosen in Emmendingen kommen künftig nicht nur Daten, sondern auch Energie. Auf Anraten der DUH wurden neue Verteiler (Switche) beschafft, die beides über eine einzige Leitung zum Gerät transportieren können. Die neue Technik namens PoE (Power over Ethernet) wird vor allem zur Versorgung von IP-Telefonen und Netzwerkgeräten eingesetzt. Dabei ist die zentrale Energieeinspeisung nicht nur deutlich effizienter als die bisher verwendeten Netzteile, sondern auch sicherer: Die zentrale Versorgung ist mit im Notstrom integriert und so ausfallsicherer als das normale Stromnetz.

Tinte statt Toner

Auch in Emmendingen gibt es im Moment noch zahlreiche Drucker für einzelne Arbeitsplätze und kleinere Gruppen. Wie fast überall hat man auch hier vorwiegend auf recht ineffiziente Laserdrucker gesetzt. Doch diese sind nicht nur im Verbrauch teuer, sie verbrauchen aufgrund ihrer Drucktechnik auch besonders viel Strom. Das liegt daran, dass der Toner mit Hitze auf dem Papier angeschmolzen wird und die Geräte ständig vorheizen, um eine lange Aufheizzeit zu vermeiden. So liegt der StandBy-Verbrauch eines Laserdruckers gerne mal im Bereich von 20-50 Watt und damit teilweise über einem PC unter Last.

Deshalb greift man in Emmendingen nun auf Anraten der GreenITown-Experten wieder vermehrt zum Tintenstrahldrucker. Die einst als anfällig und im Unterhalt teurer verschriene Technik ist erwachsen geworden. Besonders neue Tintenstrahldrucker mit seitenbreitem Permanentdruckkopf stehen dem Laserdrucker in Geschwindigkeit und Unterhaltskosten in nichts mehr nach – im Gegenteil. Ihr Energieverbrauch liegt jedoch um den Faktor 5 bis 10 unter dem eines Laserdruckers. Das hat auch die Verwaltung von Emmendingen davon überzeugt, defekte Laserdrucker werden nun entweder gar nicht oder nur noch durch Tintenstrahldrucker zu ersetzen – der Umwelt zuliebe.

Wie geht es weiter in Emmendingen?

GreenIT mit Strategie

Energie- und Ressourceneffizienz sollen auch weiter Teil der IT-Entwicklung in Emmendingen sein. Wie dies gelingen kann, haben die Experten von FNT und DUH in einer umfangreichen Strategie und Empfehlungsliste für die Gemeindeverwaltung erarbeitet. Mit dabei sind Maßnahmen, um die kaskadierende Nutzung alter Hardware noch weiter zu befördern und neue Modellprojekte zur weiteren Virtualisierung. So arbeiten die Gemeinde und die Experten aktuell an einem Modellprojekt zur Virtualisierung der hochperformanten Geographischen Informationssysteme. Dessen Ziel ist es nicht nur, die geforderte Rechenleistung effizienter bereitstellen zu können, sondern auch den Hitzeeintrag aus den Büros in das Rechenzentrum zu verlagern und so das Arbeitsklima zu verbessern. Denn gerade GreenIT lebt von einer positiven Nutzererfahrung ebenso wie von der Beteiligung der Nutzer. Nicht zuletzt entwickeln wir deshalb für Emmendingen einen maßgeschneiderten GreenIT-Leitfaden. Nur so kann das Sparpotential, das von richtigem und bewusstem Nutzerverhalten ausgeht, optimal ausgeschöpft werden.

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